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  Emil-von-Behring-Schule Marburg - Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe

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Möglichkeiten zum Sozialtraining

 

Soziales Lernen

Der Wahlpflicht-Kurs Soziales Lernen im 10. Schuljahr basiert auf einem Helfersystem – Schüler helfen Schülern.

In diesem Kurs nehmen Schülerinnen der 10. Klassen an der Leseförderung der 5. Klassen teil. Sie betreuen nach Anleitung die „Kleinen“, gestalten den Leseunterricht mit und übernehmen die Rolle von Lesepaten.

In den Pausen kümmern sie sich u.a. um die Aufsicht in der Förderstufenbibliothek und organisieren die Spieleausgabe auf dem Schulhof.

 

SiS - Seniorpartner in der Schule

Seit Oktober 2008 bietet der Landesverband „Seniorpartner in School“ (SiS) den Schülerinnen und Schülern der EvB mit der Schulmediation eine Methode zur gewaltfreien Konfliktbewälti- gung an. Für die EvB sind die Schulmediatorinnen Erika Eisenlohr, Dorothee Hoff und Anne Traulich tätig. Sie bieten Schülerinnen und Schülern einmal wöchentlich (Freitag von 9.- 13.00 Uhr) die Gelegenheit, Konflikte nach den Regeln der Mediation miteinander zu lösen.

Im vergangenen Schuljahr nutzten 4-9 Schüler/innen pro  Vormittag die Gelegenheit, ihre Konflikte mit Hilfe der Schulmediatoren zu lösen. In der direkten Rückmeldung der Betroffenen zeigte sich häufig, dass sich die Konflikte entspannt hatten.

Im Rahmen der Projektwoche am Schuljahrsende  führten die Schulmediatorinnen ein Projekt durch, in dem es um Konflikte der Jugendlichen von heute und Lösungsstrategien ging.

Die Schulmediatorinnen sind in einer 80-stündigen Fortbildung auf ihre Tätigkeit vorbereitet und werden während ihrer Arbeit an den Schulen regelmäßig durch Supervision und Fortbildung begleitet. Mit der ehrenamtlichen Arbeit wollen die Schulmediatorinnen die EvB in ihrem Bemühen um ein von gegenseitigem Respekt getragenes Schulleben unterstützen.

Für die Eltern, die das Angebot der Schulmediation noch nicht kennen:

 Die Schulmediation ist ein kommunikatives Verfahren zur Vermittlung und Einigung in Konflikt- fällen. Die Schulmediatoren nehmen sich Zeit, die Konflikte der Schüler aufmerksam anzu- hören und mit den beiden Konfliktparteien ins Gespräch zu kommen. Sie unterstützen den Dialog der Konfliktparteien, also der streitenden Schüler/innen, mit dem Ziel, dass diese eine akzeptable Lösung finden, bei der es keine Gewinner und Verlierer gibt. Im Verlauf des Mediationsgespräches wird das gegenseitige Verständnis für das Verhalten des Anderen geweckt. Dies ist die Voraussetzung für eine gemeinsam erarbeitete Vereinbarung. Die Schul- mediatoren unterstützen und begleiten die Umsetzung und Einhaltung der getroffenen Verein- barung.

 

Trainingsraum

Wir haben seit kurzem an unserer Schule die Trainingsraummethode eingeführt. Unser Ziel ist es eine friedliche und offene Unterrichtssituation zu schaffen, jedoch zeigt sich in der letzten Zeit, dass Unterrichtsstörungen den Alltag in der Schule immer wieder belasten.

Mithilfe der Trainingsraummethode sollen Unterrichtsstörungen reduziert werden und dadurch wertvolle Unterrichtszeit erhalten bleiben. Schülerinnen und Schüler werden angeleitet, Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen und die Rechte anderer zu respektieren.

Diese Rechte lauten:

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
  • Lehrerinnen und Lehrer haben das Recht ungestört zu unterrichten.
  • Alle müssen die Rechte der anderen beachten und respektieren.

Das Besondere an diesem Programm ist, wenn sich die Schülerinnen und Schüler nicht an die Regeln halten, stören sie den Unterricht. Bei der ersten Störung haben sie die Möglichkeit, sich für den Trainingsraum zu entscheiden oder im Unterricht zu bleiben.

Entscheiden sie sich für den Trainingsraum oder gibt es bei Verbleib im Unterricht eine zweite Störung von derselben Person, haben sie selbst die Entscheidung getroffen, den Unterricht zu verlassen. Sie gehen dann in den Trainingsraum.

Dort erstellen sie zusammen mit einer Diplompädagogin einen Plan darüber, wie sie in Zukunft ohne zu stören am Unterricht teilnehmen wollen. Die Schüler erhalten so die Möglichkeit einzusehen, dass ihr Stören sie selbst und die anderen beim Lernen beeinträchtigt. Das eigenverantwortliche Denken und Handeln wird somit gefördert. Die Schüler lernen Verant- wortung für sich zu übernehmen, was ihnen natürlich auch zu Hause und in der Freizeit nutzt, Probleme besser zu lösen und zu bewältigen.

 

Lebensgestaltung und Zukunftsplanung

Im Rahmen des Religionsunterrichtes im neunten Schuljahr der Realschule gibt es seit letztem Schuljahr das Projekt „Leben gestalten – Zukunft planen.“ Es wird in Zusammenarbeit mit der Evang. Familien-Bildungsstätte (FBS) durchgeführt. Das Projekt erstreckt sich über ein Schulhalbjahr und wird in einer wöchentlichen Doppelstunde unterrichtet.

 â€žLeben gestalten – Zukunft planen“ fördert direkt die Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler und erweitert somit diesen Bereich des Schulprogrammes.

Das Projekt behandelt verschiedene Schwerpunkte, die alle mit dem Thema „Familie und Elternschaft“ zu tun haben. Zu Beginn steht die Betreuung von Kindern im Mittelpunkt. Nach erfolgreicher Teilnahme am ersten Teil des Projektes erwerben die Schülerinnen und Schüler den sog. Babysitterführerschein. Dieses Zertifikat der FBS kann bei der Jobsuche helfen und belegt eine ausführliche Beschäftigung mit dem Thema Kinderbetreuung.

Im zweiten Teil des Projektes rückt das Thema Elternschaft in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Im Zentrum dieser Phase steht die Möglichkeit zur „Elternschaft auf Probe.“ Mit Unterstützung des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) haben einige Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, für einige Tage eine computerisierte Babypuppe zu betreuen. Diese Puppen sind nach den Bedürfnissen echter Babys programmiert, am Ende der Pflegezeit wertet der Computer aus, wie gut die Puppe versorgt wurde. Durch die „Elternschaft auf Probe“ bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck davon, was es bedeutet ein Kind zu versorgen.

Zum Abschluss des Projektes steht das Thema Lebensplanung und -gestaltung auf dem Programm sowie eine Evaluation mit Hilfe eines Feedback-Bogens.

 

Freiwilliges Praktikum

Um soziale Kompetenzen auch praktisch zu erwerben, führen wir seit nunmehr zwei Jahren zusammen mit der Freiwilligenagentur ein soziales Praktikum durch.

Unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 werden in einer Vollversammlung über Ziele dieses Praktikums und mögliche Praktikumsstellen informiert. Bei Interesse verpflichten sie sich, an einem Nachmittag pro Woche für 2- 3 Stunden regelmäßig in der gewählten sozialen Einrichtung mitzuarbeiten.

Praktikumsstellen gibt es u.a. in Altenheimen, in Kindergärten, beim BUND und bei der Marburger Tafel.

In regelmäßigen Abständen finden in der Schule gemeinsame Gesprächsrunden zur Auswertung statt. Zu der Abschlussveranstaltung werden auch die Betreuer aus den Betrieben eingeladen.

Neben den Mitarbeiterinnen der Freiwilligen-Agentur besucht und betreut eineLehrerin (Frau Karbus) die Praktikantinnen und Praktikanten. Am Jahresende erhalten alle Teilnehmer eine qualifizierte Bescheinigung über ihr ehrenamtliches Engagement als Anlage zum Zeugnis. Insgesamt sind die Rückmeldungen sehr positiv und die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler steigt.

Die folgenden Fotos von der Übergabe der Urkunden zeigen die Schülerinnen und Schüler, zusammen mit betrieblichen Betreuern, die im Jahr 2010 am freiwilligen Praktikum teilgenommen haben.

 

 

SozPr_UrkundeSozPr_Zuschauer

Herr Range übergibt die Urkunden                    Während der Übergabe

SozPr_Teilnehmer

Die Teilnehmergruppe 2010 mit betrieblichen und schulischen Betreuern

 

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